von alex 9. Dezember 2025
Wie gelingt es, Leerstand in ländlichen Ortskernen zu beleben, soziale Verantwortung zu übernehmen und zugleich bezahlbaren Wohnraum zu schaffen? Über genau diese Fragen durften wir beim vierten Stammtisch Neue Wohnformen im Wellenreiter in Tating sprechen. Die Einladung durch den Kooperationsraum Mittleres Eiderstedt/Eiderstedt pur bot uns die Gelegenheit, zum ersten Mal öffentlich unsere Erfahrungen zu teilen und mit vielen engagierten und fachkundigen Menschen über Lösungen für den ländlichen Raum ins Gespräch zu kommen. Der Ausgangspunkt war ein klarer Bedarf: kleiner, bezahlbarer Mietwohnraum im ländlichen Schleswig-Holstein, z.B. · für ältere Menschen, die nach einem Zuhause mit weniger Fläche und mehr Komfort suchen, während junge Familien Platz brauchen. · für Menschen, die aufgrund von Pflegeverantwortung oder anderen Belastungen auf dem Wohnungsmarkt benachteiligt sind. · für Auszubildende, die aktuell noch wenig Fläche brauchen und möglichst kostengünstig wohnen wollen Hier einige der Erfahrungen, die wir beim Stammtisch geteilt haben: Ziel im Blick behalten: bezahlbarer Wohnraum In Sanierungsprozessen tauchen immer wieder Alternativziele auf: mehr Ästhetik, mehr energetisches Einsparpotenzial, Aufzüge für mehr Barrierefreiheit. Das ist sehr verständlich, aber teuer. Wir mussten häufig bewusst entscheiden: Was ist notwendig? Was ist sinnvoll? Und was sprengt das Budget? Bezahlbarer Wohnraum gelingt nur mit sehr klaren Budgetgrenzen. Kontinuierliche Kommunikation ist halbe Miete Eine durchgängige Erkenntnis: reden, reden, reden. Darüber, dass man bezahlbaren Wohnraum schaffen will. Mit dem Architekten, dem Energieberater, dem Bauunternehmen und genauso mit der Gemeinde, dem Amt, der Nachbarschaft und anderen Interessierten. Im Sanierungsprozess gerät so schnell aus dem Blick, worum es eigentlich geht. Tag der Offenen Baustelle Ein Beispiel, das sich bewährt hat, war der Tag der offenen Baustelle. An einem Sonntag Nachmittag luden wir zu Kaffee und Kuchen, zu Gesprächen und zur Besichtigung des Fortschrittes ein. So schön, wie viele Menschen kamen und ihre Fragen stellten und mit der Erkenntnis nach Hause gingen: „Das könnte ich ja auch machen!“ Die Resonanz beim Stammtisch in Tating war durchweg positiv. Die Runde war sehr interessiert an den Erfahrungen und sah gute Chancen, diese Ansätze auch in ihren Gemeinden zu nutzen. Besonders positiv hervorgehoben wurden der Fokus auf Gemeinwohl, der pragmatische Umgang mit Sanierungen und der Mut, Leerstand tatsächlich anzupacken. Zum Abschluss des Abends brachte es Dr. Ilja-Kristin Seewald, Koordinatorin Eiderstedt pur und Initiatorin des Stammtisches Neue Wohnformen, auf den Punkt: „Genau so, soll es sein: Durch Vernetzung und Austausch Mehrwert vor Ort zu schaffen.“ Wir freuen uns über das große Interesse, die konstruktiven Gespräche und die vielen Anknüpfungspunkte für weitere Projekte. Solvby lebt davon, Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsam Wege zu finden, wie Leerstand in Lebendigkeit verwandelt werden kann. Danke für die Einladung, lieber Kooperationsraum Mittleres Eiderstedt/Eiderstedt pur. Wir kommen gerne wieder.
von alex 30. November 2025
Manchmal ist es gut, einfach ins Tun zu kommen, neue Türen zu öffnen und sich auf Abenteuer einzulassen. Mit unserer Solvby Idee haben wir das definitiv getan. Die Herausforderung von bezahlbarem Wohnraum, zu wenig Mietwohnungen und gleichzeitig leerstehender Häuser ist schnell erkennbar im ländlichen Raum Schleswig-Holsteins. Bei den Lösungen braucht es mehr Zeit und manchmal auch etwas Mut. Als uns ein vielversprechendes leerstehendes Objekt angeboten wurde, haben wir nicht lange gezögert, griffen zu und nach einem guten Jahr konnten wir zwei neu geschaffene Wohnung in die Vermietung bringen. Ein erstes erfolgreiches Beispiel von Leerstand in Lebendigkeit. Wir haben viel gelernt von tollen Menschen, aus Fehlern und durch einfach machen. Jetzt freuen wir uns auf die nächsten Schritte.